Naemi Schmidt-Lauber ist in Lübeck geboren und hat in Hamburg Schauspiel und Literatur studiert.
In ihren Anfängerjahren an verschiedenen Theatern – in Hamburg, Münster, Göttingen, Parchim –spielte sie Rollen wie Orlando (nach Virginia Woolf), Evchen in Kleists „Der Zerbroch’ne Krug“, Lysistrata, Amalia in Schillers „Die Räuber“, Alison in „Trainspotting“, Lotte Stern in „Jubiläum“ von George Tabori oder Sibylle in „Die gute Zeit“ von Ernst Barlach und spielte und sang das Klärchen „Im Weiß’n Rössl“.
Hier fand sich auch bereits Gelegenheit, experimentell zu arbeiten: so entstand zum Beispiel die Rolle der Mephistophela in Heinrich Heines Tanzpoem „Der Doktor Faustus“ in der Regie/ Choreographie von Vivienne Newport.

Sie besuchte Schauspielklassen von Susan Batson in New York, zog nach Berlin und arbeitet seitdem frei:
Sie eroberte zuerst mit dem Clubtheaterstück „disconnected“ die freie Szene in Berlin (und Hamburg), spielte in einigen TV-Produktionen,
ging dann in „Der Fall Furtwängler“ (von Ronald Harwood, Regie: Fred Berndt) mit Charles Brauer und Manfred Zapatka und als Candy Starr in „Einer flog über das Kuckucksnest“ (von Kesey/ Wassermann, Regie: Wolfgang Hofmann) auf Tournee, weitere Engagements führten sie u.a.. an das Theater der Stadt Lübeck – „Westworld“ von U. Dietmann.

Sehr fruchtbar war die Zusammenarbeit mit der Schweizer Regisseurin Nora Somaini. Sie reichte von der Forschungsarbeit der freien Theatergruppe Rotolux mit verschiedenen Arbeiten an den Berliner sophiensaelen – „deformation professionelle“ und, die Bankenkrise vorausahnend, „Credits“ von Henning Bochert – bis zu Kleists „Amphitryon“ am Theaterhaus Jena, wo sie Charis spielte.

Ein Interessensschwerpunkt ist immer wieder die Begegnung mit anderen Künsten. So entwickelte sie verschiedene szenische Lesungen, unter anderem von Theaterstücken von Oskar Kokoschka für das Bucerius Kunstforum in Hamburg (mit Sebastian Dunkelberg), von Hörspielen und Gedichten Silvia Plaths, dem inzwischen häufig wiederholten kompletten Briefwechsel von Rainer Maria Rilke und Marina Zwetajewa, weiterhin, anlässlich der Cleopatra-Ausstellung in Hamburg 2006 „Meine alte Nilschlange“, und einen Abend über Gretchen und Rudi Dutschke.
Maria Stuart ist das Thema eines musikalisch-literarischen Programmes mit der Pianistin Raminta Lampsatis und der Sängerin Helen Eckstein (Premiere am 14.April 2007 im Brandenburger Dom), gefolgt von einem Abend über Richard Wagner und Mathilde Wesendonck, Premiere im Dezember 2007 in Zürich.

Von 2008 bis 2012 gehörte sie dem Theaterkollektiv lunatiks produktion an. Neben verschiedenen Schauspielrollen gehörte für die Stückentwicklung, Recherche für dokumentarische Stücke und Produktionsleitung .
Seit 2010 schreibt sie, neben ihrer Schauspieltätigkeit, eigene Stücke, führt vermehrt Regie, gibt workshops und leitet Theatergruppen.
Im Februar 2016 hat sie ihr Philosophiestudium an der FernUniversität Hagen mit einer Arbeit zur Rassismus-Forschung abgeschlossen.

Im August 2016 hatte sie Premiere als Charlotte von Stein in Peter Hacks Stück „Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe“ (Regie: Sven Tjaben), welches nun auf verschiedenen Bühnen zu sehen ist.

Aktuell entwickelt sie eine interkulturelle Bühnenfassung des morgenländischen Erzählzyklus „Tausendundeine Nacht“.